• Große Freisprechungsfeier mit über 400 Gästen im BAU ABC

  • Fünf Oldenburger Innungen feiern gemeinsam das Ausbildungsende

  • Fliesen-Nationaltrainer Weihe in den Ruhestand verabschiedet

Menschengruppe auf einer Bühne

111 junge Handwerkerinnen und Handwerker wurden im BAU ABC freigesprochen und halten nun stolz den lang ersehnten Gesellenbrief in den Händen.

Kreishandwerksmeister Boris Jersch hört dem Moderator zu.

Eingespieltes Duo: Kreishandwerksmeister Boris Jersch (l.) und Moderator Phillip Kamke.

13. Juli 2026 Es ist etwa halb acht, als es in der Freilufthalle des BAU ABC ein letztes Mal richtig laut wird. Dieses Mal ist der Applaus aus gutem Grund besonders intensiv – denn alle 111 frischgebackenen Gesellinnen und Gesellen aus 10 verschiedenen Handwerksberufen stehen gemeinsam auf der Bühne. Die vergangenen drei Jahre waren für sie mehr als einfach nur ein Berufseinstieg.

Entscheidung für Handwerk schafft sicheres Fundament

Für ihre Zukunft verspricht Kreishandwerksmeister Boris Jersch den jungen Talenten vor allem ein Sicherheitsgefühl in turbulenten Zeiten: “Wir alle bekommen mit, wie sich der Arbeitsmarkt entwickelt und mit welcher Härte künstliche Intelligenz ihn verändert. Natürlich betrifft das auch das Handwerk – aber bei uns betrifft es vor allem die Strukturen dahinter. Ihr als diejenigen, die mit den Händen arbeitet, braucht euch so schnell keine Sorgen machen.” Melanie Campbell, Geschäftsführerin des BAU ABC, pflichtet ihm in dieser Position bei: “Ich bin gelernte Tischlerin und diese Ausbildung gibt mir bis heute das Gefühl, dass egal was auch passieren mag, ich immer etwas mitbringe, das unsere Gesellschaft braucht.” Für NDR-Moderator Phillip Kamke, der an diesem Abend durch die Veranstaltung führt, ist damit klar: “In meinem nächsten Leben werde ich definitiv Handwerker!” Dass er mit dem Gedanken nicht alleine ist, zeigen aktuelle Entwicklungen im Oldenburger Handwerk: Auf der Berufsmesse “Vocatium” im Mai verzeichneten die Oldenburger Innungen über 100 Beratungswünsche der jungen Generation mehr als im Vorjahr.

Jette-Marie Otten freut sich über ihren Gesellenbrief als Raumausstatterin

Die Freude über den Gesellenbrief ist bei Raumausstatterin Jette-Marie Otten groß.

Technisch anspruchsvolle Zukunftsbranche

Gerlad weihe am Mikrofon.

Gelungene Überraschung –Nationaltrainer Gerald Weihe (2. v. l.) geht in den Ruhestand (Bild: Kreishandwerkerschaft Oldenburg)

Handwerker/-innen sind aber nicht nur heiß begehrt, sondern müssen heute auch deutlich mehr technisches Wissen mitbringen. Kreishandwerksmeister Jersch zeigt sich dahingehend beeindruckt: “Wenn ich mir anschaue, wie komplex zum Beispiel eine moderne luftdichte Dachdeckung mit Dämmung und einseitig diffusionsoffener Unterspannbahn geworden ist, dann habe ich großen Respekt vor euch. Ihr seid diejenigen, die diese technisch anspruchsvollen Vorgaben umsetzen und sorgt für die Zukunft unseres Landes.” Dass der Maler- und Lackierermeister damit die Sprache der etwa 400 Gäste – darunter Familienangehörige und Ausbildungsbetriebe der Gesellinnen und Gesellen – spricht, beweisen die zustimmend nickenden Köpfe.

Nationaltrainer würdig verabschiedet

Zimmermann präsentiert Gesellenbrief

Tom Stolle präsentiert, worauf er drei Jahre hingearbeitet hat: Seinen Gesellenbrief

Während die verschiedenen Gesellen-prüfungsausschüsse nach und nach aufgerufen werden, um die Gesellenbriefe unter Applaus an ihre Absolventinnen und Absolventen zu verteilen, müssen sich die jungen Fliesen-, Platten- und Mosaikleger/-innen etwas länger gedulden: Bevor sie ihre Würdigung erfahren, bittet Stefan Bohlken, Obermeister der Fliesen- und Natursteinleger-Innung Oldenburg, einen langjährigen Wegbegleiter auf die Bühne. Denn für Gerald Weihe, den Lehrwerksmeister im BAU ABC für das Fliesenhandwerk, geht an diesem Tag eine 47-jährige Ära zu Ende. Sein letzter Prüfungsdurchgang wird heute freigesprochen. Vom Rand aus beobachtet er unauffällig das Treiben auf der Bühne, bis Obermeister Bohlken seinen Namen nennt: Der Gang ins Rampenlicht, Glückwünsche und ein paar Tränchen folgen. Mit Gerald Weihe geht nicht nur ein hervorragender Ausbilder, sondern auch ein langjähriger Erfolgstrainer der Fliesen-Nationalmannschaft in den verdienten Ruhestand.

Partnerschaftliche Unterstützung

Damit die Freisprechungsfeier in diesem Rahmen stattfinden kann, sind viele Hände nötig. Für Kreishandwerksmeister Jersch ist das keine Selbstverständlichkeit: “Ein ganz großes Dankeschön an das Organisationsteam – ich weiß, ihr hättet alle eigentlich längst Feierabend und steht dennoch hier, um uns und euch diesen Abend zu ermöglichen.” Nicht weniger wichtig: 22 Sponsoren aus der Region, der nahestehenden Industrie und dem Fachhandel hatten die Veranstaltung großzügig unterstützt.

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Zwischen Beachbar und Sandstrand den Weg ins Handwerk finden