Friseur-Innung erhält prominente Glückwünsche zum 125. Geburstag

  • Niedersächsischer Wirtschaftsminister beehrt die Jubiläumsfeier

  • Video-Grußbotschaft von Oldenburger (Ex-)Friseur Klaas Heufer-Umlauf

  • Über 120 Gäste feiern gemeinsam 125 Jahre Friseur-Innung Oldenburg

Grant Hendrik Tonne auf der Jubiläumsfeier der Friseur-Innung Oldenburg

“Wer sich hier an die Regeln hält, darf sich nicht als derjenige fühlen, der als der Dumme dasteht”, sagt Grant Hendrik Tonne als niedersächsischer Minister für Wirtschaft, Verkehr und Bauen.

Oldenburg, 4. September 2026 “Hallo, liebe Friseur-Innung Oldenburg” hallt es in den großen Saal der Alten Stadtkasse, während das verschmitzte Grinsen des wohl berühmtesten (Ex-)Friseurs Deutschlands in Videoform die Leinwand ziert. Auch wenn er inzwischen ein Millionenpublikum unterhält, hat er seine Wurzeln nicht vergessen: Klaas Heufer-Umlauf ist an diesem Abend der wohl bekannteste Gratulant. Dass der Titel nicht Grant Hendrik Tonne, dem niedersächsischen Minister für Wirtschaft, Verkehr und Bauen zusteht, spricht für den Stellenwert, den sich die Friseur-Innung Oldenburg in ihrer 125-jährigen Historie erarbeitet hat.

Ptaricia Sach (Wella) und Oliver Bremer lachen gemeinsam

Freuen sich gemeinsam über das Jubiläum: Patricia Sach (Wella) und Obermeister Bremer.

Zuspruch für ehrliche Unternehmer/-innen und die Berufsausbildung

Etwa eine dreiviertel Stunde bevor Heufer-Umlaufs Gesicht über die Leinwand huscht, begrüßt derjenige, der im 125. Bestehensjahr die Geschicke der Innung lenkt, seine Gäste. Obermeister Oliver Bremer moderiert zügig das Grußwort des niedersächsischen Wirtschaftsministers an. “Wer sich hier an die Regeln hält, darf sich nicht als derjenige fühlen, der als der Dumme dasteht, sondern den gilt es zu bestärken,” spricht Grant Hendrik Tonne den über 120 anwesenden Friseurinnen und Friseuren sowie Branchenpartner/-innen aus dem Herzen. Auch zum Thema Berufsausbildung bringt der ehemalige Landesfraktionsvorsitzende der SPD eine starke Position mit: “Ich möchte, dass wir in Niedersachsen einen ganz klaren Meilenstein setzen. Und der lautet: Ich will es nicht akzeptieren, dass junge Menschen ohne Berufsabschluss und ohne Schulabschluss und ohne Ausbildungsabschluss bleiben.“

Wolfgang Preuschaft ist bei bester Laune.

Auch ohne Ehrenamt bei bester Laune: Ex-Vorstandsmitglied Wolfgang Preuschaft.

Ruf des Oldenburger Friseurhandwerks eilt voraus

Für Nicole Piechotta, die stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Oldenburg, gehören Friseursalons zu dem, was eine Stadt lebendig macht. Ihr Dank gilt daher vor allem jenen, die sich ehrenamtlich in der Innung engagieren: “Sie alle tragen dazu bei, dass handwerkliche Qualität in Oldenburg eine Zukunft hat.“
In der Freiwilligkeit einer Innungsmitgliedschaft sieht auch Kreishandwerks-meister Boris Jersch ihr größtes Kapital, um für die Interessen der Branche einzustehen: “Wir machen das alle freiwillig. (…) Und einige sagen dann Nein, ich, ich will nicht, dass das hier so bleibt. Ich gehe nach Hannover. Ich habe eine Stimme und ich versuche mal, was zu verändern.”
Für Eckhard Stein, den Präsidenten der Handwerkskammer Oldenburg, ist die ehrenamtliche Interessensvertretung ebenso ein wichtiger Bestandteil der Selbstverwaltung des Handwerks: “Für eine starke Handwerksorganisation brauchen wir funktionierende Innungen.” Immerhin komme ein Großteil derjenigen, die dies auf Kammerebene tun, aus den hiesigen Unternehmer-verbänden. Entsprechend kommt der Präsident nicht mit leeren Händen: Für das langjährige Wirken der Innung hat er die Goldene Ehrenurkunde im Gepäck. 
Das Oldenburger Friseurhandwerk genießt laut Stein aber auch weit über seine eigenen Grenzen hinaus ein hohes Ansehen. Jedes Jahr kommen Friseurinnen und Friseure von weit her nach Oldenburg, um sich in der hiesigen Fachlehranstalt auf den Meistertitel vorzubereiten.

Übergabe durch Eckhard Stein: Die Goldene Ehrenurkunde für die Innung

Übergabe: Die Goldene Ehrenurkunde gibt es vom Kammerpräsidenten Eckhard Stein.

Plädoyer für bessere Rahmenbedingungen und mehr Miteinander

Wissend, dass ihm der Wirtschaftsminister zuhört, schlägt Obermeister Bremer etwas ernstere Töne an als seine Vorredner/-innen: “Steigende Löhne, Energie- und Materialkosten, hohe Abgaben und immer mehr Bürokratie treffen auf eine Branche, in der die Preise nicht beliebig erhöht werden können.” Als Beispiel für unnötige bürokratische Hürden bringt er die Bonpflicht an: “Bei mir im Salon steht der Papiermüll direkt unter dem Bondrucker, weil fast kein Kunde den Kassenzettel haben möchte – wir sind aber gezwungen, ihn auszudrucken.” Wichtig ist ihm dabei zu betonen: “Wir wollen keine Sonderbehandlung, aber wir wollen faire Rahmenbedingungen. Dazu gehört für uns beispielsweise schon seit Jahren die Forderung nach der Umsatzsteuersenkung auf 7 % – so wie sie in anderen ähnlich lohnintensiven Branchen auch gilt.”
Aber auch innerhalb der Branche müsse sich etwas verändern, mahnt der Obermeister: “Vor allem brauchen wir eine stärkere Verbindung zwischen den Innungen, den Landes- und Bundesverbänden. Denn nur wenn wir mit einer Stimme sprechen, werden wir auch gehört. Dabei müssen wir das gesamte Friseurhandwerk zusammenbringen. Da sehe ich auch eine der großen Herausforderungen für uns, den großen Salon, die Filialisten genauso wie den kleinen Familienbetrieb, den Barbershop und den Soloselbstständigen.”

Klaas Heufer-Umlauf grüßt die Friseur-Innung Oldenburg mit einem Video.

Klaas Heufer-Umlauf konnte leider nicht kommen, hat aber einen Videogruß vorbereitet.

Dankesgrüße und eine prominente Überraschung

Ein besonderer Dank gilt an diesem Tag all denjenigen, die in der Vergangenheit und heute am Erfolg der Innung maßgeblich beteiligt sind: Das Vorstandsteam, die Kreishandwerkerschaft Oldenburg, die Friseur-Meisterschule und die BBS3 werden von Oliver Bremer namentlich benannt. Ebenso die Sponsoren der Veranstaltung: Planity, Wella, K und K Friseurgroßhandel, die Friseur-Meisterschule, Olymp, Welonda, die Signal Iduna-Agentur Peters und Partner, Steinbach und das Steuerbüro Voss und Partner.
Die zum Abschluss des offiziellen Teils geplante Überraschung gelingt: Bis auf den Technikverantwortlichen, den Obermeister und Ralph Hedesing, der das Grußvideo seines früheren Azubi-Freundes eingefädelt hatte, ahnt niemand im Saal, dass Klaas Heufer-Umlauf gleich persönliche Worte an die über 120 Gäste richten wird. In gewohnt schelmischer Art stellt er eine steile These auf: Er habe sich nur aus dem Oldenburger Friseur-Handwerk zurückgezogen, um dessen Qualität nicht negativ zu beeinflussen. Die Lacher hat er auf seiner Seite – die Sympathie auch.

Weiter
Weiter

Live-Werkstatt begeistert auf den Landtagen Nord für Handwerksberuf