Elektro-Innung Oldenburg besucht stillgelegtes Kohlekraftwerk

  • Innung sichert sich die letzte mögliche Besichtigung des Uniper-Kohlekraftwerks

  • Nachnutzung durch Batteriespeicher, Solarpark und Wasserstoffproduktion sichergestellt

Viel Wind und Containerterminals im Hintergrund: Lange war der Hafenstandort dank Zugriff auf internationale Kohlemärkte ein starker wirtschaftlicher Vorteil des Kraftwerks

22. September 2026 Direkt am Hafen gelegen prägt das eindrucksvolle Gebäude bis heute das Küstenpanorama Wilhelmshavens. Dennoch sind die goldenen Tage des Uniper-Kohlekraftwerks gezählt: Seit fünf Jahren wird hier kein Strom mehr aus Steinkohle gewonnen. Die Elektro-Innung Oldenburg kam in den exklusiven Genuss, die letzte Führung durch das 2021 stillgelegte Kraftwerk wahrzunehmen. Derzeit erfolgt der Rückbau des Geländes zu Gunsten einer vielseitigen Nachnutzung, die weiterhin die energetische Versorgung der Region sichert. Neben einem 100 MWh großen Batteriespeicher entstehet hier ein Solarpark und eine Wasserstoffproduktionsanlage, die durch Elektrolyse 100.000 Tonnen Wasserstoff pro Jahr erzeugen soll.

Eindrucksvolle Zahlen

In seinen 45 Betriebsjahren hatte das ehemalige Kraftwerk ganze 58 Millionen Tonnen Kohle in nutzbaren Strom verwandelt. Dafür waren täglich 3.500 Tonnen Steinkohle nötig, die bedingt durch die vorteilhafte Lage mit Seezugang ausschließlich aus internationalen Quellen stammten. “Kaum zu glauben, dass hier nicht ein Gramm deutsche Kohle verbrannt wurde”, zeigt sich der Geschäftsführer der Elektro-Innung Oldenburg, Dirk Räker, verblüfft. Für die Innungsmitglieder ist der Tagesausflug ein Paradebeispiel für die fortschreitende Energiewende: “Hier weicht die Energieerzeugung durch fossile Brennstoffe ihren nachhaltigeren Alternativen – und das am selben Ort. Das ist ein spannender Einblick”, fasst Dieter Meyer, der Obermeister der Innung zusammen.

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